Modell Schelphof

Stadt Bielefeld

Kategorie:
Nachhaltige Nutzung

Schlagworte:
Landwirtschaft, Erholung, Naturpädagogik

Projektlaufzeit:
Jan. 1987 bis fortlaufend

Partner:
Stadt Bielefeld Umweltamt, Pächterfamilie Fischer, Naturpädagogisches Zentrum Schelphof, NABU Bielefeld, Biologische Station Gütersloh-Bielefeld, Naturwissenschaftlicher Verein für Bielefeld und Umgegend

Förderer:
Stadt Bielefeld Umweltamt, Europäische Union und Land NRW im Rahmen des Vertragsnaturschutzes, Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen, diverse Sponsoren und Spender für Teilprojekte

Link:
www.npzschelphof.de/

Kontakt:
Stadt Bielefeld
Umweltamt
Herr Egbert Worms

1987 wurde auf Initiative des Naturwissenschaftlichen Vereins für Bielefeld und Umgegend e.V. das Modell Schelphof gestartet. Idee und Ziel des Projektes war es, einen circa 300 Hektar großen und relativ naturnahen Landschaftsbereich in Bielefeld-Heepen als traditionelle bäuerliche Kulturlandschaft und attraktives Naherholungsgebiet dauerhaft zu erhalten und zu entwickeln. Das Gebiet umfasst damals wie heute kleinflächige und sehr abwechslungsreiche Strukturen, wie Hecken, Feldgehölzbestände, landschaftsprägende alte Eichen, Kleingewässer und verschiedene Bachauen mit bachbegleitenden Staudensäumen. Zusammen mit den sich abwechselnden Acker- und Grünlandflächen und deren Saumbiotopen ergibt sich ein ästhetisch reizvolles und ökologisch hochwertiges Mosaik verschiedenster Lebensräume.

Den Kernbereich bildet ein circa 100 Hektar umfassender stadteigener landwirtschaftlicher Betrieb, der Schelphof. Dieser Betrieb wurde 1987 langfristig der Landwirtsfamilie Fischer verpachtet, welche den Hof zum Bioland-Betrieb umstellte. Auf Initiative des Umweltamtes Bielefeld wurden mit Hilfe des Landwirtes zahlreiche Einzelmaßnahmen zur Landschaftsentwicklung umgesetzt.

Hierzu zählen:

  • Neuanlage und Pflege von Hecken und Obstgehölzen,
  • Belassen von Brachflächen,
  • Neuanpflanzung und Pflege von Feldgehölzen,
  • Schaffung und Pflege von Kleingewässern,
  • Schutzstreifen an den Fließgewässern,
  • sowie verschiedene Acker- und Grünlandextensivierungsmaßnahmen des Vertragsnaturschutzes.

Durch Kartierungen konnten 60 auf Ackerstandorte angepasste Pflanzenarten, darunter in Nordrhein-Westfalen gefährdete Arten, nachgewiesen werden. Ebenso finden zahlreiche gefährdete Vogelarten wie Nachtigall, Feldlerche und Rebhuhn hier Lebensraum.

Ein von dem Landwirt 1994 am Hof angelegter und vom NABU gepflegter, öffentlich zugänglicher traditioneller Bauerngarten ergänzt diese Maßnahmen.

Seit 2000 wird durch das Naturpädagogische Zentrum Schelphof e.V. am Hof mit großem Erfolg insbesondere für Kinder und Jugendliche, aber auch für Erwachsene, ein naturpädagogisches Programm rund um die bäuerliche Landwirtschaft angeboten.