Osnabrueck

Gemeinsam für Bienen, Hummeln & Co.

Als Bestäuber von Nutzpflanzen, Blumen und Bäumen sind Bienen von größter ökologischer und ökonomischer Bedeutung und unverzichtbar für den Menschen. Und Biene ist nicht gleich Biene - neben der allseits bekannten Honigbiene leben in Deutschland über 560 weitere Bienenarten, die als Wildbienen bezeichnet werden. Leider sind mehr als die Hälfte der 561 Arten sind in ihrem Bestand gefährdet oder teilweise vom Aussterben bedroht. Pestizideinsatz, Lebensraumzerstörung und die Verminderung des Nahrungsangebots als Folge einer intensiven Landwirtschaft sind die Hauptursachen für den gravierenden Rückgang der Bienen. Die Stadt Osnabrück hat es sich deshalb zum Ziel gesetzt die Gesamtsituation für Honig- und Wildbienen und andere blütenbesuchende Insekten zu verbessern.

Blühstreifen für die Bienen
Zur Verbesserung der Nahrungsgrundlagen für Honig- und Wildbienen wurden auf geeigneten städtischen Flächen mehrjährige Blühflächen angelegt. Bislang wurden bereits rund 35 Hektar Blühflächen als Lebensraum und Nahrungsquelle geschaffen – sowohl auf geeigneten innerstädtischen als auch auf landwirtschaftlichen Flächen außerhalb. Besonderer Wert wurde dabei auf ein lückenloses Angebot an Pollen und Nektar gelegt. Das beginnt Ende Februar mit Hasel und Krokussen und geht im Oktober zu Ende, wenn Weißklee und Efeu blühen. Dafür wurde in Zusammenarbeit mit der Hochschule Osnabrück eigens eine Saatgutsmischung entwickelt. Die „Osnabrücker Mischung“ enthält verschiedene regionale Wildblumen, die ein möglichst durchgehendes Pollen- und Nektarangebot von März bis November garantiert. In unmittelbarer Nähe der Flächen wurden außerdem Nist- und Überwinterungsmöglichkeiten geschaffen, um neben einem ausreichenden Nahrungsangebot auch die notwendigen Lebensraumstrukturen für die Bienen zu schaffen.  

Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung
Die Maßnahmen und Aktionen des BienenBündnis werden von einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit begleitet, um die Stadtbevölkerung über die Tiere, ihre Lebensbedürfnisse und ihre Gefährdung zu informieren. Von der wissenschaftlichen Aufarbeitung durch die Hochschule über den praktischen Umgang mit Bienen und Bienenvölkern durch die Imker bis hin zur Anlage von Blühstreifen durch örtliche Landwirte werden alle Aspekte zum Thema „Bienen“ betrachtet. Mit Seminaren, Vorträgen und Exkursionen wenden sich Institutionen, Kommunen sowie Verbände und Vereine an die Öffentlichkeit, um für die enorme Bedeutung der Bestäuber und die Notwendigkeit zu ihrem Schutz zu sensibilisieren. Dabei geht es mehr als nur um die Honigbiene: Wildbienen und andere blütenbesuchende Insekten sind unverzichtbar für das ökologische Gleichgewicht und leisten als Bestäuber darüber hinaus einen lebensnotwendigen Beitrag für die Ernährung der Menschen. Hierzu setzt das BienenBündnis auch auf eine breit angelegte Kampagne bestehend aus Vortragsreihen, Veröffentlichungen, Presseberichten, Tipps, Flyern und Internetauftritt. Entlang verschiedener Exkursionsrouten oder beim gemeinsamen Bau von Nisthilfen soll das Thema für die Bürgerinnen und Bürger zudem erlebbar werden.  

Nutzen für Menschen, Tiere und Pflanzen
Vom Osnabrücker BienenBündnis profitieren nicht nur die Bienen selbst. Landwirte sind auf deren Bestäubungsleistung angewiesen, regionaler Honig ist ein beliebtes Geschenk für sich und andere und die Blühflächen setzten bunte Akzente im Stadtbild und bieten Naturerfahrung im unmittelbaren Lebensumfeld der Menschen. Auch für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten stellen die artenreichen Wiesen mit ihrem reichhaltigen Blütenangebot einen wertvollen Lebensraum dar. Die rund 40 verschiedenen naturraumtypischen Wildpflanzenarten der „Osnabrücker Mischung“, mit überwiegend mehrjährigen Kräutern (z.B. Margerite, Witwenblume, Wilde Möhre), bieten ein abwechslungsreiches Nahrungsangebot für eine Vielzahl verschiedenster Insekten. Damit leistet die Stadt als Mitglied des Bündnisses „Kommunen für biologische Vielfalt“ einen wertvollen Beitrag zur Bewahrung und Förderung der Artenvielfalt.

 

Bildquellen (Nummerierung von oben nach unten):
Bild 1, 2, 3, 5, 7, 8 & 11: Stadt Osnabrück | Bild 4 & 6: Janina Voskuhl | Bild 9 & 10: Daniel Jeschke

Sie dürfen die Bilder gerne kostenlos für Ihre Berichterstattung verwenden; bitte geben Sie als Rechteinhaber die oben genannten Bildeigentümer an.

 

 

Stadt Osnabrück

Niedersachsen
kreisfrei
155625 Einwohner
120 km²

Homepage der Stadt | Stadtprofil

 

Kurzinfos zum Projekt

Stichworte:
Artenschutz, naturnahe Grünflächen, Bewusstseinsbildung

Projektlaufzeit:
Seit Dezember 2013

Partner:
Hochschule Osnabrück, Landwirtschaftskammer Osnabrück, BUND- Kreisgruppe, Imkerverein Osnabrück, Osnabrücker Servicebetrieb  

Förderer:
Stadt Osnabrück, Hochschule Osnabrück  

Kontakt:
Stadt Osnabrück
Fachbereich Umwelt und Klimaschutz
Fachdienst Naturschutz und Landschaftsplanung
Christiane Balks-Lehmann

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