Alt- und Totholzkonzept im Gemeindewald

Gemeinde Aidlingen

Kategorie:
Arten- und Biotopschutz

Schlagworte:
Artenvielfalt, Waldwirtschaft

Projektlaufzeit:
Jun. 2013 bis fortlaufend

Partner:
Kreisforstamt Böblingen

Der Wald erfüllt eine Vielzahl unterschiedlicher Funktionen für die Umwelt, für Tier- und Pflanzenarten und den Menschen (Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion). Die Sicherung der Funktionsvielfalt des Waldes ist in Verbindung mit der Nachhaltigkeit ein wesentlicher Grundsatz der Waldwirtschaft. Zur Verbesserung der biologischen Vielfalt und der aktuellen Rechtslage im Artenschutz hat die Forstliche Versuchsanstalt Freiburg zusammen mit der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz ein Alt- und Totholzkonzept entwickelt, das nun im Aidlinger Gemeindewald umgesetzt wird. Elemente des Alt- und Totholzkonzepts sind:

Großhöhlenbäume / Horstbäume

  • Großhöhlenbäume / Horstbäume sind unmittelbar artenschutzrechtlich geschützt. Sie können Kristallisationspunkte für eine Habitatbaumgruppe sein oder einzeln ausgewiesen werden. Großhöhlen- und Horstbäume werden dauerhaft markiert.

Habitatbaumgruppen (HBG)

  • Baumgruppen, die aufgrund ihres Wuchses, ihrer Ausprägung (Mulm, Faul- und Spechthöhlen, Starkes Ast- und Kronentotholz, Spalten, Risse, Pilzkonsolen usw.) oder ihres Alters nicht gefällt werden und als „Methusalems“ auf Dauer im Bestand verbleiben und absterben.
  • Durchschnittlich zehn bis 15 Bäume/HBG, eine HBG je drei Hektar Altholzbestand;
  • jährliche Ausweisung nach dem Auszeichnen überwiegend in Altholzbeständen.

Waldrefugium

  • Mindestens ein Hektar alter Wald aus heimischen Baumarten, bleibt dauerhaft sich selbst überlassen (Richtwert Buche, Tanne, Kiefer über 150 Jahre, Eiche über 200 Jahre).