Open-Source-lizensierte Tomatensorte „Sunviva“

Stadt Dortmund

Kategorie:
Biologische Vielfalt in der Landwirtschaft

Schlagworte:
Saatgutvielfalt, samenfestes Saatgut, Hybridsaatgut, OpenSourceSeeds, Open Source, Solidarische Landwirtschaft, Umweltbildung, Öffentlichkeitsarbeit

Projektlaufzeit:
2018 bis fortlaufend

Partner:
OpenSourceSeeds – AGRECOL e.V.
Solidarische Landwirtschaft „Kümper Heide“

Kontakt:
Stadt Dortmund
Umweltamt
Koordinierungsstelle Klimaschutz und Klimaanpassung
Christian Nähle 

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Das Umweltamt der Stadt Dortmund verteilt Saatgut der Open-Source-lizensierten Tomatensorte „Sunviva“ an Bürgerinnen und Bürger. Die samenfeste Sorte gilt als besonders robust und kann ohne Pflanzenschutzmittel im Freiland gezogen werden. Samenfestes Saatgut ist die Alternative zu Hybridsaatgut. Es ist nachbaufähig, also fruchtbar und bringt in den nächsten Generationen Pflanzen mit familienähnlichen Eigenschaften hervor.

In Zusammenarbeit mit der Dortmunder Solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi) „Kümper Heide“ wird die Open-Source-Tomate Sunviva in die Öffentlichkeit gebracht. Sunviva ist aufgrund ihrer rechtlichen Eigenschaften ein wesentlicher Baustein für die Biodiversität, da die Tomatensorte nach ihrer ursprünglichen Züchtung eine Open-Source-Saatgutlizenz erhalten hat. Anders als bei herkömmlichen Rechten an Saatgut erlaubt diese Art der Lizenz, die Samen frei und kostenlos zu verwenden. Auf diese Weise wird der Gebrauch des Saatguts für die Allgemeinheit auf Dauer gesichert. Die Besonderheit an der Open-Source-Lizenz ist, dass alle das Saatgut vermehren, weitergeben und für regionale Bedürfnisse weiterentwickeln dürfen. Dabei bleibt es auch in Zukunft frei von Lizenzkosten. Anders als bei globalem Einheitssaatgut von Konzernen können bei Open-Source-Saatgut regionale Unterschiede und klimatische Veränderungen bei der Züchtung und beim Anbau dauerhaft berücksichtigt werden (Standortgerechtigkeit). Somit trägt die Verschmelzung ökologischer und sozialer Aspekte zu Biodiversität bei.

Entscheidend für die erfolgreiche Arbeit des Umweltamtes waren zum einen die Zusammenarbeit mit der SoLaWi, welche die Aussaat, Pflege, Ernte und Trocknung des Saatguts übernommen hat, sowie die Bereitstellung einer Open- Source-Saatgut-Lizenz. Diese wurde 2017 durch „OpenSourceSeeds – AGRECOL“  (https://www.opensourceseeds.org) zur freien Verfügung veröffentlicht.

Im Rahmen des Projektes wurden Veranstaltungen zur Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit durchgeführt. Die Bemühungen des Umweltamtes, sich allgemein mit dem Thema Saatgutvielfalt auseinanderzusetzen und speziell die Thematik Open-Source-Saatgut wurden von den Bürgerinnen und Bürgern sehr gut angenommen.