Artenschutzprojekt Wechselkröte und Gelbbauchunke im ehemaligen Steinbruch Bayer "Nonnenklinge"

Stadt Esslingen

Kategorie:
Arten- und Biotopschutz

Schlagworte:
Artenschutz, Wechselkröte, Biodiversität

Projektlaufzeit:
2007 bis fortlaufend

Förderer:
Die Stadt Esslingen und das Land BW nach der Landschaftspflegerichtlinie

Kontakt:
Esslingen am Neckar
Grünflächenamt/67-2
Sachbearbeiterin, Heike Reim

In den 1970er Jahren wurde auf der Nonnenklinge eine befristete Waldumwandlung genehmigt um dort Sand abbauen zu können. 2004 endete die Aubbaugenehmigung, doch der Rekultivierungsplan zur Verfüllung und Aufforstung der Fläche konnte nicht umgesetzt werden. Im ehemaligen Sandsteinbruch Nonnenklinge, auf einer Fläche von 2,5 ha entwickelte sich während den 80er Jahren wertvoller Lebensraum für u.a. Zauneidechsen, Gelbbauchunken, Wechselkröten, Neuntötern und dem Waldvögelein.

Seit 2009 werden in der Nonnenklinge Maßnahmen zur Habitaterhaltung und –verbesserung durchgeführt, aufgrund des letzten Vorkommens der gemeinschaftsrechtlich geschützten Wechselkröte im Landkreis Essingen. So wird z. B. der Sukzession durch die Beweidung von Ziegen entgegengewirkt. Schließlich konnten im Jahr 2021 außergewöhnlich erfolgreiche Maßnahmen umgesetzt werden, um die individuenarme Restpopulation der Wechselkröte und damit auch diesen Genpool erhalten zu können. Laichschnüre wurden in ein prädatorenarmes Gewässer versetzt, geschützt durch Amphibienschutzzäune, Absperrbänder und begehbare Fraßschutznetze. Jenes ermöglichte den Kaulquappen eine ungestörte Entwicklung und einen höheren Reproduktionserfolg als jemals zuvor.

Der Mehrwert der Nonnenklinge für den Menschen wird in Zukunft weiterentwickelt werden als eine Fläche, die gekennzeichnet ist durch eine enorme Artenvielfalt in Kombination mit einer gesteigerten Naherholungsfunktion.