Freiburger Programm „Pestizidverzicht auf städtischen Pachtflächen“

Stadt Freiburg im Breisgau

Kategorie:
Biologische Vielfalt in der Landwirtschaft

Schlagworte:
Nachhaltige Verpachtung, Pestizidverzicht, Saatgutbereitstellung, extensive Landwirtschaft

Projektlaufzeit:
Mai 2019 bis fortlaufend

Partner:
Landwirtschaftliche Betriebe, Verbände aus Landwirtschaft und Naturschutz

Kontakt:
Stadt Freiburg
Umweltschutzamt
Dr. Harald Schaich

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Mehr Biodiversität auf landwirtschaftlichen Flächen – das Freiburger Programm „Pestizidverzicht auf städtischen Pachtflächen“

Um dem Insekten- und Artensterben entgegenzuwirken, hat der Freiburger Gemeinderat Anfang 2019 einen Biodiversitäts-Aktionsplan verabschiedet und zusätzlich Finanzmittel zur Umsetzung bereitgestellt. Die Stadt Freiburg will mit einer Reduktion des Pestizideinsatzes und der Aufwertung ihrer eigenen landwirtschaftlichen Pachtflächen vorbildhaft aktiv vorangehen.

Der Verzicht auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln auf städtischen Ackerflächen soll dabei aber nicht verpflichtend festgeschrieben werden. Die Stadt Freiburg hat sich bewusst für einen alternativen, kooperativen Weg mit der Landwirtschaft entschieden und ein innovatives und nachhaltiges Programm in Gesprächen zwischen Stadtverwaltung, Landwirtschaft und Verbänden entwickelt.

Auf Grundlage einer freiwilligen Vereinbarung können Pächter stadteigene Ackerflächen ohne chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel bewirtschaften und profitieren dabei von einem um 50 Prozent geringeren Pachtzins.

Um weitere 20 Prozent reduziert sich der Pachtzins, wenn auf der städtischen Pachtfläche eine zusätzliche ökologische Aufwertung, wie beispielsweise die Ansaat artenreicher, an den Standort angepasster Blühmischungen oder eine temporäre Ackerbrache in Kombination mit Pflanzenschutzmittelverzicht erfolgt.

Zudem unterstützt das Umweltschutzamt der Stadt den Landwirt bei der Bereitstellung von regionalem, standortangepasstem Saatgut. Dies soll vor allem für Insekten- und Vogelarten neue Lebens- und Rückzugsräume schaffen und einen Beitrag zum stadtweiten Biotopverbund leisten.

Bereits aktuell werden von 589 ha landwirtschaftlicher Pachtfläche der Stadt Freiburg etwa 75 Prozent ohne Pestizide bewirtschaftet. Das Programm startete im Mai 2019 mit den ersten 5 Landwirten, die nun schon weitere 18 ha Ackerland pestizidfrei bewirtschaften. Um auch die verbleibenden konventionellen Ackerflächen aufzuwerten, wird die Stadt im Herbst 2019 alle Pächter über die Details des Programms informieren.