Vorgaben in kommunalen Pachtverträgen

Region Hannover

Kategorie:
Biologische Vielfalt in der Landwirtschaft

Schlagworte:
Nachhaltige Verpachtung

Partner:
Landwirtschaft

Kontakt:
Region Hannover
FB Umwelt, Team Zentrale Angelegenheiten
Norbert Diedrich

Die Region Hannover verpachtet circa 586 ha landwirtschaftliche Fläche. Um die biologische Vielfalt auf den verpachten Flächen zu fördern, werden einige Vorgaben in den Pachtverträgen festgeschrieben. Bei Grünland wird beispielsweise expliziert festgelegt, ob die Fläche als Weide oder Wiese genutzt werden darf, zu welchem Zeitpunkt die Mahd durchzuführen ist und ob ein zweiter Schnitt auf der Fläche zulässig ist. Diese Vorgaben werden je Fläche und Entwicklungsziel individuell festgelegt. Somit ist es möglich, die maximalen Vorteile für die biologische Vielfalt zu erzielen. Generell sind die Flächen in einem Arbeitsgang von innen nach außen zu mähen. Dieses Vorgehen ermöglicht den Wiesenbewohnern eine Flucht aus der zu mähenden Fläche. Teilweise muss entlang von Gräben und Rändern ein Altgrasstreifen stehen bleiben, der bei einer eventuellen Nachmahd nach z.B. 8 Wochen mit gemäht werden kann. Bei einer Nutzung des Grünlandes als Weide werden die maximalen Großvieheinheiten des Besatzes im Pachtvertrag festgelegt. Somit ist die Beweidung optimal an die Fläche angepasst, es findet keine Überweidung statt und Trittschäden werden vermieden. Generell dürfen auf Grünlandflächen keine chemischen Pflanzenbehandlungsmittel angewendet werden und auch eine Düngung ist nur nach vorheriger Absprache zulässig. Der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen und die Verwendung von sonstigen gentechnisch veränderten Organismen ist verboten.  Außerdem ist explizit geregelt, dass die Pächter in begründeten Einzelfällen eine Nutzungsstilllegung einiger Quadratmeter zu dulden haben, wenn diese als Lebens- oder Brutraum gefährdeter Tier- und Pflanzenarten dienen. Die Region Hannover führt die Vorgaben sukzessive bei neuen Pacht- oder Folgepachtvertägen ein. Da die Vorgaben die allgemeine Bewirtschaftung einschränken, wird der Pachtpreis, je nach Vorgaben, verringert.  Ob die Vorgaben eingehalten werden, kontrolliert die Region Hannover einmal jährlich.