Lebensraum Friedhof

Stadt Bamberg

Kategorie:
Arten- und Biotopschutz

Schlagworte:
Fledermaus, Gartenrotschwanz, Zauneidechse

Projektlaufzeit:
Jan. 2010 bis fortlaufend

Partner:
Garten- und Friedhofsamt, Initiative "Artenschutz in Franken", Umweltamt

Förderer:
Stadt Bamberg

Kontakt:
Stadt Bamberg
Amt für Umwelt, Brand- und Katastrophenschutz
Dr. Jürgen Gerdes
Naturschutzbeauftragter

Im Gefolge eines Senatsbeschlusses vom Mai 2011 haben sich das städtische Gartenamt und das Umweltamt darauf geeinigt, die Artenvielfalt im Hauptfriedhof genauer unter die Lupe zu nehmen und durch geeignete Maßnahmen zu erhöhen (Artenschutzkonzept 2011). Ähnliche Konzepte wurden bereits in anderen Städten, etwa in Essen oder Hamburg entwickelt.

Friedhöfe haben im dicht besiedelten Raum eine ökologische Sonderstellung. Sie sind vor den Flächenansprüchen der Bebauung und des Verkehrs geschützt, obwohl sie oft zentral liegen. Sie dienen nicht nur als Stätten des Gedenkens, sondern auch als Stätten der Ruhe und Entspannung, was in gewöhnlichen Parkanlagen nicht unbedingt gegeben ist. Die Mischung aus altem Baumbestand, Wiesen und Mauern schafft eine gute Struktur für eine reiche Flora und Fauna.

Als Grundlage für das Konzept wurden Fledermäuse, Vogelarten, Reptilien und Insekten kartiert (36 Vogelarten, sechs Fledermausarten, Zauneidechse, Feldgrille). Um für diese Tiergruppen den Lebensraum zu optimieren, installierten Mitarbeiter des Gartenamtes und der Initiative „Artenschutz in Franken“ spezielle Nistkästen für Fledermäuse und Brutvögel, legten Zauneidechsenbiotope an und gestalteten zwei flache Dünen aus anstehendem Terrassensand an der nördlichen Friedhofsmauer, wo regional gewonnenes Saatgut und Heudrusch ausgebracht wurden. Eine Infotafel unter dem Motto "natur.vielfalt.bamberg" informiert die Besucher über die Maßnahmen vor Ort. Weitere Möglichkeiten wie etwa die Reduzierung der Mahd in wenig genutzten Friedhofsbereichen werden geprüft.