Renaturierung der Schussenaue

Stadt Ravensburg

Kategorie:
Arten- und Biotopschutz

Schlagworte:
Renaturierung, Auewald, Schussen

Projektlaufzeit:
Jan. 2007 bis Dez. 2009

Partner:
Kreisfischereiverein RV,
RP Tübingen, Landratsamt RV,
BUND

Kontakt:
Stadt Ravensburg
Abt. Grünflächen und Ökologie
Blanka Rundel

2009 wurde mit der Renaturierung der Schussenaue bei Gutenfurt auf einem circa neun Hektar großen Areal an der Schussen - einer der großen Zuflüsse zum Bodensee - eines der größten Naturschutzprojekte der Stadt umgesetzt. Ziel war - entsprechend der durch das Hochwasserregime der Schussen beeinflussten potentiellen natürlichen Vegetation - ein Fluss mit strukturreichen Auewäldern sowie die Schaffung von Retentionsflächen.

Die Schussen war bis dahin ein naturfernes Fließgewässer mit regelmäßigen Profil und teilweise befestigten steilen Ufern. Der gewässerbegleitende Galeriewald war lückig, im Norden wuchsen meist abgängige Hybrid-Pappeln und ein Fichtenwäldchen. Zwei größere Flächen wurden landwirtschaftlich genutzt (Grünland, Acker). Diese Nutzung war vakant und die Flächen werden nun der Sukzession überlassen.

An drei Gleituferabschnitten wurden zur Vergrößerung der Wasserwechselzone und Erhöhung der Strukturvielfalt die Ufer abgeflacht. Die neuen Böschungen wurden als Rohbodenbiotope belassen - sie sind ein wichtiger Teil der revitalisierten Aue. Im Norden wurde der vorhandene Uferdamm abgegraben und ein verfüllter Altarm mittels einer neu geschaffenen Flutmulde wieder an das Hochwasserregime der Schussen angebunden. Die auf dem Damm wachsenden Hybridpappeln wurden umgezogen. Durch das Aufreißen und den teilweisen Abtrag der Dämme wird die Aue zukünftig auch schon bei geringeren Hochwasserereignissen geflutet. Im Süden haben sich bereits wertvolle temporäre Stillgewässer entwickelt. Hier wurde eine vorhandene Geländesenke leicht verstärkt und an einen zeitweise wasserführenden Graben angebunden. Als Initialpflanzung wurden Stecklinge der inzwischen selten gewordenen Schwarzpappeln eingebracht.Durch diese und weitere Maßnahmen wird sich in den nächsten Jahren ein Weichholzauewald und bei höher liegenden Standorten ein Hartholzauewald entwickeln. Somit wurde eine sehr hohe Aufwertung für verschiedene und äußerst artenreiche - einst landschaftsprägende - Biotope erreicht.