Route der Industrienatur

Stadt Bochum

Kategorie:
Bewusstseinsbildung und Kooperation

Schlagworte:
Industrienatur, urbane Biodiversität, Naturerlebnis

Projektlaufzeit:
Jan. 1999 bis fortlaufend

Partner:
Regionalverband Ruhr

Förderer:
Regionalverband Ruhr,
Stadt Bochum

Kontakt:
Stadt Bochum
Umwelt- und Grünflächenamt
Michael Grothe & Dr. Peter Gausmann

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Die "Route der Industrienatur" veranschaulicht die typisch urban-industrielle Natur, welche sich ohne Hilfe des Menschen spontan auf vormals industriell genutzten und heute brach gefallenen Flächen angesiedelt hat. Neben dem Erhalt der urbanen Biodiversität steht insbesondere auch das Erlebbarmachen durch die Bevölkerung dieser vollkommen eigenständigen und charakteristischen Industrienatur im Vordergrund. Das Stadtgebiet von Bochum umfasst drei Standorte dieser Themenroute: die ehemalige Zeche Hannover in Bochum-Hordel, die Halde Lothringen in Bochum-Gerthe sowie den Westpark in Bochum-Zentrum.

Der Bochumer Westpark auf dem Gselände eines ehemaligen Gussstahlwerks bietet hierbei besondere Inszenierungen über das wilde Leben und Überleben von Pflanzen und Tieren. Nach der Stilllegung des Gussstahlwerks wurden fast alle Gebäude abgerissen. Zurück blieb eine dicht mit Spontanvegetation überzogene Industriebrache. Bei der Neugestaltung des Westparks wurden einige Bereiche mit bis zu vier Meter mächtigen Bodenschichten abgedeckt und mit Gehölzen bepflanzt oder als Rasenfläche eingesät, um ein parkähnliches Gesamtbild zu schaffen. Die Bereiche, in denen sich die Natur auch heute noch frei entfalten kann, weisen verschiedene Sukzessionsstadien auf: Kraftvolle Pioniere wie Birken, Weiden und Robinien haben größere Flächen besiedelt und sind zu einem Industriewald herangewachsen. Heute leben zahlreiche Tier- und Pflanzenarten auf dem ehemaligen Industriegelände, darunter auch geschützte Arten wie die Weinbergschnecke oder die gut getarnte Blauflügelige Sandschrecke.