Friedhof am Hellweg - Klimaanpassung und Biodiversität

Stadt Essen

Kategorie:
Grün-& Freiflächen

Schlagworte:
Biodiversität, Regiosaatgut, Friedhöfe, Klimaanpassung, Versickerung, Retention

Projektlaufzeit:
Seit Oktober 2020

Partner:
Essener Arbeit- und Beschäftitungsgesellschaft mbH

Förderer:
Biologische Station Westliches Ruhrgebiet (BSWR), Essen. Neue Wege zum Wasser.

Kontakt:
Stadt Essen
Grün und Gruga,
Abteilung 67-2
Martin Buchacker

Stand 15.08.2022

Auf dem Friedhof Am Hellweg wurden auf 10.000 m² artenreiche Wiesen angelegt. Ursprünglich durch eine extensive Grünlandbewirtschaftung entstanden, bieten diese Vegetationsstrukturen einen wichtigen Lebensraum für viele heimische Tierarten, die auf landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen nicht mehr überleben können. Bei der Anlage der Wiesen und Aufbereitung der Böden wurden verschiedene Vorgehensweisen angewandt, um später die Methode mit bestem Kosten-Nutzen-Aufwand zu eruieren. Genutzt wurde ausschließlich Regiosaatgut, das sich zu 70 % aus Gräsern und zu 30 % aus Kräutern zusammensetzt. Gepflegt werden die Wiesen durch eine ein- bis zweimalige Mahd pro Jahr mit - und das ist von großer Bedeutung - Abfuhr des Schnittgutes (Heu). Als Ergänzung des Lebensraums Wiese wurde auch die Geländeoberfläche kleinräumig neu modelliert. So sind Retentionssenken und Versickerungsmulden entstanden, die die anfallenden Niederschläge vom Friedhof und seiner Umgebung auffangen. Der Friedhof konnte dadurch in großen Bereichen vom Kanalnetz abgekoppelt werden. Die Niederschläge versickern nun vor Ort, stärken den lokalen Wasserkreislauf und sind pflanzenverfügbar. Gleichzeitig sind dauerhafte und temporäre Stillgewässer entstanden, die Lebensräume für wassergebundene Tier- und Pflanzenarten bilden. Die Flächenentwicklung unterliegt einem Monitoring der Stadt Essen und der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet (BSWR).