Straßenränder auf Terrassensand

Stadt Bamberg

Kategorie:
Grün- und Freiflächen

Schlagworte:
Sandmagerrasen, Extensive Pflege, Öffentliches Grün

Projektlaufzeit:
Jan. 1998 bis fortlaufend

Partner:
Gartenamt, Staatliches Bauamt, Umweltamt

Förderer:
Stadt Bamberg, Staatliches Bauamt

Kontakt:
Stadt Bamberg
Amt für Umwelt, Brand- und Katastrophenschutz
Herrn Dr. Jürgen Gerdes
Naturschutzbeauftragter

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Die Entwicklung von Straßenrändern zu artenreichen Lebensräumen leistet einen unabdingbaren Beitrag zur Vernetzung isolierter Lieferbiotope im Regnitztal. Sie fügt sich als innerstädtischer Lückenschluss in das überregionale BayernNetz Natur-Projekt „SandAchse Franken“ ein, das sich von Bamberg bis Weißenburg über 150 Kilometer entlang der Regnitz und ihren Zuflüssen erstreckt. 

Alljährlich wird die Flora der Straßenränder erfasst und ein umfassender Ergebnisbericht mit Artenliste und Diskussion der Pflegemaßnahmen erstellt. Die Umstellung der Pflege von intensiv auf extensiv erfolgte zunächst entlang der Osttangente Bambergs auf sechs Kilometer Länge. Inzwischen sind auch fast alle zuführenden Straßen einbezogen, sodass die Gesamtfläche des Projektes nunmehr etwa zehn Hektar beträgt.

Der Erfolg der Maßnahmen ist der guten Kooperation mit dem städtischen Gartenamt und dem Staatlichen Bauamt Bamberg zu verdanken, die für die Pflege der Straßenränder zuständig sind, sowie der intensiven fachlichen Betreuung mit ständiger Erfolgskontrolle und regelmäßiger Öffentlichkeitsarbeit. Führungen am Straßenrand, Vorträge, Publikationen und Pressemitteilungen erläutern den Bürgern den Nutzen der naturnahen Grünflächenpflege.

Auf Düngung und Pestizideinsatz wird verzichtet, die Mahd beschränkt sich auf ein- bis zweimal pro Jahr - je nach Wüchsigkeit der Vegetation und etwaigen Sicherheitserfordernissen. Auf die Entfernung des Mähgutes wird ganz besonders geachtet, um die Stickstoffarmut der Standorte aufrecht zu erhalten. Seit 1999, dem Jahr der Umstellung der Pflege von Kurzschnittrasen und Rasenbanketten auf Magerwiesenstreifen und Sandmagerrasen, hat sich die Artenzahl an Farn- und Blütenpflanzen von 320 Arten auf 460 (2016) erhöht.

Das Projekt verbindet auf ideale Weise Wirtschaftlichkeit und Artenschutz. Der Einsparung von Arbeits- und Energiekosten steht die Erhöhung der Biodiversität im urban geprägten Raum gegenüber.