Naturnahe Entwicklung der Altrheinaue in der Urdenbacher Kämpe

Landeshauptstadt Düsseldorf

Kategorie:
Arten- und Biotopschutz

Schlagworte:
Erhalt und Entwicklung der FFH - Lebensräume, Erlebbarkeit dynamischer Naturentwicklung

Projektlaufzeit:
Feb. 2012 bis Apr. 2014

Partner:
Bergisch-Rheinischer Wasserverband, Stadt Düsseldorf, Biostation Haus Bürgel

Förderer:
Bezirksregierung Düsseldorf, NRW-Stiftung, Bergisch-Rheinischer Wasserverband, Stadt Düsseldorf

Kontakt:
Landeshauptstadt Düsseldorf
Garten-, Friedhofs- und Forstamt
Untere Landschaftsbehörde
Tobias Krause

Mit dem Kooperationsprojekt der Stadt Düsseldorf, der Biologischen Station Haus Bürgel, dem Bergisch-Rheinischen Wasserverband, der NRW-Stiftung und der Bezirksregierung Düsseldorf wurde auf einer Länge von rund 2,5 Kilometer ein leitbildkonformes Niederungsgewässer geschaffen. Dieser Gewässertyp existierte infolge von Gewässerbegradigungen in Nordrhein-Westfalen bis auf geringe Relikte nicht mehr. Der Verzicht auf den technischen Bau von Strukturen erlaubt dem Gewässer, seinen Lauf in Abhängigkeit von Topographie und Abflussmengen selbst zu formen und auch immer wieder zu verändern. Hierdurch wird ein hohes Maß an Strukturvielfalt bei stetig wechselnder Dynamik erreicht, das Gewässern heute überwiegend verloren gegangen ist.

Dazu wurde ein Sommerdeich am Eintritt des Garather Mühlenbaches in die Urdenbacher Kämpe geöffnet und das Fließgewässer in das Taltiefste der Urdenbacher Kämpe geleitet, wo sich sein historischer Verlauf befand. Hier entwickelt das neu entstandene Niederungsgewässer eigendynamisch seinen Lauf. Nach rund 2,5 Kilometer Fließstrecke wird es durch eine zweite Deichöffnung in den Urdenbacher Altrhein zurück geleitet.

Die Bereiche der Deichöffnungen werden mit Brücken überspannt, um die Nutzung des Deiches für Erholungssuchende weiterhin zu ermöglichen. Der leicht über dem Niveau des umliegenden Geländes liegende Deich ermöglicht es allen Interessierten, die Entwicklungen am Gewässer und den umgebenden Flächen ganzjährig zu erleben ohne sensible Biotope oder Arten zu stören.

Seit der Umsetzung im Jahr 2014 finden flankierende Monitoringuntersuchungen statt. Im Ergebnis ist bereits jetzt eine Zunahme wertgebender Fisch- und Vogelarten sowie eine deutliche Zunahme der Individuendichte bei Amphibien und Libellen zu beobachten. Etliche Wasserpflanzenarten konnten sich neu etablieren