Wanderschäfer auf den Augsburger Lechheiden

Stadt Augsburg

Kategorie:
Nachhaltige Nutzung

Schlagworte:
Pflege durch Nutzung, Schafbeweidung

Projektlaufzeit:
Jan. 1997 bis fortlaufend

Partner:
Landschaftspflegeverband Stadt Augsburg e.V.

Förderer:
Freistaat Bayern

Kontakt:
Stadt Augsburg
Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen
Frau Birgitt Kopp

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Die Augsburger Lechheiden gehören zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas und wurden über Jahrhunderte von Wanderschäfern genutzt. Neben dem landschaftlichen Erscheinungsbild ist auch die Artenzusammensetzung der Lechheiden ein Ergebnis der Weidenutzung. Durch das Fraßverhalten der Schafe entwickelte sich ein reich strukturierter und artenreicher Lebensraum.

Bereits im Jahr 1997 formulierte der Landschaftspflegeverband Stadt Augsburg e.V. das Ziel, die Schafbeweidung auf den Lechheiden zum Erhalt einer charakteristischen Augsburger Kulturlandschaft wieder einzuführen. In der Folge wurden Beweidungskonzepte für Biotopflächen, öffentliche Grünflächen und Ausgleichsflächen in den Lechauen südlich und nördlich von Augsburg erarbeitet. Mittlerweile werden mehr als 150 Hektar in drei Beweidungsdurchgängen jährlich beweidet.

Von Anfang an wurden auf den naturschutzfachlich sensiblen Flächen zur Erfolgskontrolle faunistische und floristische Begleituntersuchungen durchgeführt. Sie zeigen, dass die Strukturvielfalt auf den Heideflächen deutlich zugenommen hat und der Grasanteil zugunsten der Kräuter zurückgegangen ist. Durch Trittwirkung und Selektion der Weidetiere entstehen kleinflächige Rohbodenstellen, die mit ihrem speziellen Mikroklima wichtige Lebensräume und Keimnischen für eine Vielzahl von Arten darstellen. Zahlreiche naturschutzrelevante Arten haben so profitiert und sich über das Fell und den Verdauungstrakt der Schafe ausbreiten können: Pro Schaf können über 10.000 Pflanzensamen transportiert werden.

Die Wanderschäfer zeigen, wie mit traditioneller Bewirtschaftung Umwelt und Natur geschont werden und bereichern mit ihren Tieren die Landschaft. Ein weiterer positiver Effekt der Beweidung ist, dass über die Schafe als Sympathieträger Naturschutzthemen in der Öffentlichkeit stärker wahrgenommen werden.