Karlsruhe

Die Jüngsten für Natur begeistern

Umweltbildung ist eine wichtige Voraussetzung um langfristig die Akzeptanz für die Belange des Naturschutzes zu sichern. Gerade bei Kindern und Jugendlichen kann durch intensive Naturerfahrungen frühzeitig eine positive Mensch-Natur-Beziehung erreicht werden, die als Voraussetzung des individuellen Engagements für den Naturschutz gilt. Daher hat die Stadt Karlsruhe 2004 das Projekt "Schüler erleben Naturschutz" ins Leben gerufen. Es verbindet die Wissensvermittlung an der Grundschule mit praktischer Arbeit im Naturschutz, um bereits die Jüngsten für Natur zu begeistern.
 
Naturschutz zum Anfassen
In diesem Rahmen erhalten Schüler und Schülerinnen einer nahe eines Schutzgebietes oder besonderen Biotops gelegenen Grundschule eine Unterrichtseinheit. Die von der Stadt beauftragte Fachkraft vermittelt die Themen Landschaftsgeschichte, Notwendigkeit des Flächenschutzes, Verhalten in einem Schutzgebiet und Pflege von Biotopen. Im Anschluss besuchen die Kinder das jeweilige Gebiet. In gemeinsamen Pflegeeinsätzen entfernen die Kinder zum Beispiel Gehölze (junge Amerikanische Trauben-Kirschen, Götterbäume, Brombeeren…), um der zunehmenden Verbuschung von Magerrasen oder Flachlandmähwiesen entgegenzuwirken. Aber auch eine Kiesinsel, deren vegetationsfreie Flächen Flussregenpfeifern als Brutplatz dienen, werden von Schülern und Schülerinne bearbeitet.
Das Projekt wird in der vierten Jahrgangsstufe durchgeführt, um alle sozialen Schichten zu erreichen - ein Beitrag zur Umweltgerechtigkeit. In dieser Jahrgangsstufe sind die Kinder aufgeschlossen dem Thema gegenüber und können schon leichte Aufgaben übernehmen. Mittlerweile sind zehn Schutzgebietsflächen mit 17 Schulen und jährlich mehreren hundert Kindern in das Projekt involviert.
 
Patenschaften für Schutzgebiete
Zahlreiche Schulen haben mittlerweile sogar eine Patenschaft über das jeweilige Gebiet abgeschlossen und das Projekt fest in den Lehrplan integriert. Mit der Patenschaft unterstützen die Schulen die Naturschutzverwaltung bei der Betreuung und naturschutzgerechten Pflege des Gebietes. Zum Beispiel kümmern sich die Grundschulen aus Karlsruhe-Neureut in ihrer Patenschaft gemeinsame mit Mitgliedern anderer örtlicher Vereine um das Mähen der sogenannten Storchenwiese mit der Sense. Die an das große innerstädtische Naturschutzgebiet „Alter Flugplatz Karlsruhe“ angrenzenden Grundschulen Marylandschule, Hebelschule, Werner-von-Siemens-Schule und Freie Aktive Schule betreuen jeweils einen Teil dieses Schutzgebietes, indem sich ausbreitende Gehölze gehackt, gesägt oder herausgraben werden.
Die vielfältige Beschäftigung mit den Biotopen schafft Verständnis und Akzeptanz, sowohl bei den Kindern, als auch bei deren Eltern. Die Nähe des Biotops und der dadurch häufige Kontakt mit ihm helfen das Bewusstsein in den Alltag einzubetten. Damit leistet die Stadt Karlsruhe einen wichtigen Beitrag zum Schutz und Erhalt der biologischen Vielfalt.
 

Bildquellen:
Alle Bilder Herr Michalczyk

Sie dürfen die Bilder gerne kostenlos für Ihre Berichterstattung verwenden; bitte geben Sie als Rechteinhaber Herrn Michalczyk an.

Stadt Karlsruhe

Baden-Württemberg
Stadtkreis
307.755 Einwohner
173 km²
 
 
Kurzinfos zum Projekt
 
Stichworte:
Naturerfahrung, Umweltbildung
 
Projektlaufzeit:
Seit Januar 2004
 
Partner:
Umwelt- und Arbeitsschutz, Karlsruher Schulen
 
Förderer:
Stadt Karlsruhe
 
Kontakt:
Stadt Karlsruhe
-Umwelt- und Arbeitsschutz-
Frau Ulrike Rohde